Themen: Wirtschaft

VW Strafmilliarde nützt Käufern nix

| 18.06.2018 | Wirtschaft

„Die Kunden haben von der Milliardenstrafe gar nichts, die VW in Deutschland zahlen“, meint der erfahrene Konsumentenschützer Peter Kolba auf meine Frage. „Das Geld fließt überwiegend dem Land Niedersachsen zu“, so Kolba, der sich nach seinem Abschied vom Nationalrat und der Liste Pilz mit voller Kraft dem unabhängigen Konsumentenschutz widmet.  Klaus Ott, versierter Kommentator der Süddeutschen Zeitung (SZ) in der Causa VW, geht noch weiter: „VW kauft sich frei“. (Fortsetzung)

Peter Kolba, unabhängiger Konsumetenschützer. Foto: H. Kasper

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf den ersten Blick ist  es ja erfreulich, dass  Deutschland VW zu einer Geldstrafe vergattert  – im dritten Jahr nach Platzen des Abgasskandals! Konkret wirft die Staatsanwaltschaft Braunschweig VW „Organisationsmängel“ und die „Verletzung von Aufsichtspflichten“ vor, sodass zwischen 2007 und 2015 weltweit 10,7 Millionen Diesel-Autos mit manipulierter Software und zu hohem Schadstoffausstoß entwickelt, gebaut und verkauft worden sind.

Auf den zweiten Blick, drängen aber eingie Schattenseiten des Urteils ans Tageslicht. Erstens sehen die Käufer manipulierter Fahrzeuge davon keinen Cent, wie Peter Kolba betont. Sie werden nach wie vor mit einem zweifelhaften Update abgespeist. Die Milliarde geht an Niedersachsen, jenes Land, das ja 20 Prozent Anteile am VW-Konzern hält.  Anders als in den USA, wo fast die Hälfte der über 20 Mrd. Dollar Geldstrafen an die betrogenen Kunden von VW fließen, gehen die deutschen VW-Kunden leer aus.

Zweitens ist einer Milliarde Euro nur ein Klacks für einen Konzern, der in einem einzigen Jahr fast 14 Milliarden Euro Gewinn gemacht hat. Zur Erinnerung: in den USA ging es um knapp eine halbe Million Autos, in Deutschland aber um das Fünffache – um 2,4 Millionen Autos.

Drittens haben die Staatsanwälte – nach Informationen von VW – keineswegs die obersten Vorstände des Konzerns im Visier, sondern lediglich die Leitung der Entwicklungsabteilung. Dieses Urteil belastet Ex-Chef Winterkorn also in keiner Weise,  obwohl es mittlerweile viele Hinweise dafür gibt, dass die Abgasmanipulationen dem Ex-Vorstandschef sehr wohl bekannt gewesen sein müssen bzw. dass die „Keimzelle“ für die Abgasmanipulation bei Audi gewesen sein soll, als dort Winterkorn das Sagen hatte.(Es gilt die Unschuldsvermutung, die berühmte!)

Viertens kann sich der VW Konzern in Verfahren anderer europäischer Staaten „freikaufen“, sobald er die in Deutschland verhängte Strafe gezahlt  hat. Denn für ein und dasselbe Delikt kann ein Konzern in Europa nur ein einziges Mal verurteilt werden. Sohin hat dieses deutsche  Urteil aus Sicht des Konzerns durchaus „positive Auswirkungen“ auf andere Verfahren in Europa, wie Kommentator Ott argumentiert.

Kein Wunder, dass VW gegen dieses Urteil nicht beruft und in spätestens sechs Wochen die Milliarde auf das Konto von Niedersachsen überweisen wird.

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VW Urteil: Mehr Geld zurück

| 07.06.2018 | Wirtschaft

Dass Richter bei Klagen gegen VW-Händler recht unterschiedlich urteilen, wissen wir bereits. Dass ein Gericht einer Klägerin – noch nicht rechtskräftig – mehr Geld zuspricht als für den Autokauf ausgegeben wurde,  ist schon spektakulär: Rechtsanwalt Michael Poduschka erwirkte für seine Mandantin beim Handelsgericht Wien soeben stolze 29.000 Euro, die der VW-Händler ihr zurückzahlen muss. (Fortsetzung)

Mag. Michael Poduschka, Copyright Poduschka

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VW-Update bringt zu wenig

| 27.05.2018 | Wirtschaft

Brisantes Gerichtsgutachten für alle, die gegen VW prozessieren oder für eine echte Nachrüstung kämpfen: Das Software-Update reduziert die Stickoxid-Emissionen zu wenig. Das zeigt ein Sachverständigen-Gutachten für das Landesgericht Eisenstadt in einer von Rechtsanwalt Michael Poduschka vertretenen  Klage gegen VW. Auch nach dem Update wird der gesetzliche Grenzwert von 180 Milligramm um stolze 77% überschritten. Eine derart hohe Abweichung kann man nicht mehr in “Toleranz” hinnehmen. (Fortsetzung)

Mag. Michael Poduschka, Copyright Poduschka

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VKI: 10.000 klagen VW

| 25.05.2018 | Wirtschaft

Riesenerfolg des VKI mit seiner Sammelklage gegen VW: “Über 10.000 Betroffene machen mit”, berichtet Mag. Ulrike Wolf vom VKI . Das  ist die  größte Sammelklage des VKI in seiner Geschichte . Es ist ein  vielversprechender Massenstart, trotz der kurzen Anmeldefrist, ohne großartige Werbekampagnen und ausschließlicher Online-Anmeldung. Mit Sicherheit kommen Tausende zusätzliche Kläger hinzu,  weil die Sammelklage von CobinClaims noch bis Mitte August läuft. (Fortsetzung)

 

Mag. Wolf_Ulrike, Fotocredit VKI

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VW Sammelklage: Halbe Sache

| 16.05.2018 | Wirtschaft

Bei der VW Sammelklage macht die türkis-blaue Regierung nur halbe Sachen. Im Februar - und das ist zu begrüßen! - gibt sie dem VKI grünes Licht für die VW-Sammelklage, zu der man sich bis 20.Mai anmelden kann. Im April weigern sich die  ÖVP-FPÖ Abgeordneten, eine echte Sammelklage einzuführen. So muss der VKI juristisch auf einer uralten Krücke dahinhumpeln. In zwei Videos zeigt  Peter Kolba den Unterschied zwischen der umständlichen “Sammelklage Aktuell”  (Video 1) und einer echten “Sammelklage Neu”  (Video 2), die er und die Liste Pilz vorgeschlagen hat (Fortsetzung)

Peter Kolba erklärt Sammelklagen

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VKI Sammelklage: 180.000 könnten

| 16.05.2018 | Wirtschaft

4.000 Dieselfahrer haben sich bisher der Sammelklage des VKI gegen VW angeschlossen, berichtet das ORF-Konsumentenmagazin „KONKRET“. Insgesamt könnten  180.000 Autohalter mittun, knapp die Hälfte aller 394.000 Betroffenen. Es gilt nun, das Tempo zu steigern und sich anzumelden (www.verkauferrecht.at) , denn am Sonntag erlischt die VKI-Frist. Es gibt nichts zu verlieren. (Fortsetzung)

Thomas Himke VKI

 

 

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VW Sammelklage: Hürde bei Weiterverkauf

| 14.05.2018 | Wirtschaft

Die gute Nachricht zuerst: Wer  sein Schummelauto inzwischen verkauft hat, kann trotzdem bei der Sammelklage des VKI mittun. Die schlechtere Nachricht: beim Ausfüllen den Online-Fragebogens muss man eine Hürde bewältigen. Wie das geht, kann ich aus eigener Erfahrung berichten. (Fortsetzung)

Foto: Privat

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VW-Sammelklage: Eine Stunde genügt

| 14.05.2018 | Wirtschaft

Die Uhr tickt: nur bis nächsten Sonntag, 20. Mai kann man als Privatperson bei der VW-Sammelklage des VKI mitmachen, auch wenn man sein Auto inzwischen verkauft hat. Was ist zu tun? Online-Fragebogen ausfüllen, Dokumente hochladen. Dauert höchstens eine Stunde. Das lohnt sich für die Chance, einige Tausende Euro zu kriegen. Ich habe es schon geschafft und verrate praktische Details. (Fortsetzung)

Tausende winken

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VW Sammelklage: Setzt ein Zeichen

| 08.05.2018 | Wirtschaft

Spät, aber doch streckt der Verein für Konsumenteninformation (VKI) den betrogenen Dieselfahrern seine Hande aus. Jetzt liegt es an uns, sie zu ergreifen (Sammelklage). Und zwar schnell! Sonst ist alles zu spät und VW darf sich auf die Schenkel klopfen. Setzen wir Österreicher und Österreicherinnen ein Zeichen, ein starkes Zeichen. Mindestens zehn Gründe sprechen dafür, bei der Sammelklage mitzutun.(Fortsetzung)

Lydia Ninz. Foto: Gert Zimmermann

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VW Skandal: Klagen statt raunzen

| 22.04.2018 | Wirtschaft

Klagen statt raunzen. Bis 20. Mai haben VW-geschädigte Privatpersonen Zeit, bei der Sammelklage des Vereins für Konsumenteninformation  (VKI) mitzumachen, ohne viel Geld zu riskieren. Bei Cobin Claims hat man bis August Zeit.  Ich mache beim VKI mit und klage. Auch wenn ich mein Schummelfahrzeug inzwischen verkauft habe. (Fortsetzung)

Auf der Fahrt zur Sammelklage

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