Audi-Klage: Der Countdown läuft!

| 25.11.2019 | Wirtschaft

Bevor die Verjährungsfrist abläuft, muss die Klage beim deutschen Gericht eingereicht sein. Und dazu braucht man Zeit, selbst wenn alle nötigen Dokumente vollständig übermittelt wurden. Wie geht das mit der Fallfrist?.

Drei Jahre nach Bekanntwerden „der Tat“ und „des Täters“ verjähren die Schadenansprüche. In Österreich sind es drei Jahre genau, in Deutschland verfallen die Ansprüche stets erst am Ende eines Jahres. Bei einer am 12. Jänner 2016 aufgeflogenen Tat ist das in Österreich auf den Tag genau der 12. Jänner 2019, in Deutschland der 31. Dezember 2019.

Die Anwälte gegen davon aus, dass die Verjährungsfrist zu laufen beginnt, sobald man den Brief von VW mit der Aufforderung bekommen hat, sein Auto in die VW Werkstätte zu bringen, um sich das Software-Update aufspielen zu lassen. Da die meisten Betrugs-Diesel-Audi mit dem Motor EA 189 und der Abgasklasse Euro 5 (nur wenige Euro 6 darunter) im Laufe des Jahres 2016 zurückgerufen worden sind, ist mit Jahresende 2019 Schluss. Dann werden bei VW die Korken knallen! Nur ein kleiner Teil dieser ersten Rückruf-Serie erfolgte erst im Laufe des Jahres 2017, sodass diese Besitzer noch bis Ende 2020 klagen können.  Wichtig ist das Datum der Aufforderung zum Update und nicht der Tag, an dem dieses durchgeführt wurde.

Bekanntlich musste Audi im Laufe des Jahres 2018 aber weitere Fahrzeuge wegen illegaler Software zurückrufen. Diesmal ginge es um die „großen“ Audis, VW Touaregs und Porsches mit einem 3 Liter oder 4,2 Liter Motor! Diese Ansprüche verjähren erst im Jahr 2021.

Dennoch ist auch in all diesen Fällen  Eile geboten: nicht nur, weil der Verbraucherschutzverein (VSV) gezählte 250 Einzelklagen vermittelt (mit Hilfe des Prozessfinanzierers myright, der 25 bis 30 der erstrittenen Wertes als Provision abzieht) und die Devise gilt, wer zuerst kommt mahlt zuerst.  Es gibt noch einen anderen Grund. Je rascher einem Schadenersatz zugesprochen wird, desto mehr Geld bleibt einem übrig. Denn jene deutschen Gerichte, die VW reihenweise verurteilen, schreiben in der Regel vor, dass man für die gefahrenen Kilometer Nutzungsentgelt an VW zahlen muss, was natürliche den erkämpfen Schadenersatz schmälert. Je weniger man mit dem Auto fährt, desto mehr bleibt vom SchadenersatzA

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