Zug-Skandal nach Abgasskandal?

| 23.09.2019 | Wirtschaft

155 Menschen wurden durch die Brandkatastrophe in der Gletscherbahn Kaprun vor 19 Jahren getötet. Durch dem im Tunel in Brand geratenen Zug waren die Opfer an den Rauchgasen elendiglich erstickt. In Brand geratener Gummi entwickelt dichten und giftigen Rauch, der für Menschen tödlich sein kann, speziell  in einem Tunnel.

Inzwischen hat ein findiger österreichischer Klein-und Mittelbetrieb ( KMU) das Problem mit einer revolutionären Erfindung gelöst und weltweit patentieren lassen. Diese innovative Gummimischung für Eisenbahnen, U-Bahnen und Straßenbahnen gerät viel später in Brand als herkömmliche Gummimischungen und kann binnen 6 Sekunden gelöscht werden statt in 3 Minuten. So können sich kein tödliche Rauchgase in Tunnels entwicklen.

Schon 2011 hat dieses KMW den Schienenfahrzeugherstellern und Zulassungsbehörden (in Österreich das BMVIT) sein Produkt gezeigt, das sich im Praxisbetrieb bei den Wiener Linien und vielen anderen Verkehrsbetrieben hervorragend bewährt hat.

Statt diese Innovation zu übernehmen, ignoriert eine Gruppe großer Schienenfahrzeughersteller diese technische Innovation und boykottiert das österreichische Unternehmen. Dabei steht der Verdacht verbotener Kartellabsprachen im Raum.

Die Hersteller behaupten im Zulassungsverfahren von Schienenfahrzeugen wahrheitswidrig, dass Brandschutz bei Gummifederungen technisch nicht möglich sei. Sie reden sich auf die entsprechende EU-Verordnung (bzw. CEN Norm) aus, wonach eine brandgeschützte Gummi-Federung nur unter der Einschränkung vorgeschrieben ist, dass sie technisch möglich ist. D ie Zulassungsbehörden akzeptieren diese auf unwahren Angaben basierenden Zulassungsansuchen wider besseres Wissen.

„Ein Mail in der deutschen Zulassungsbehörde deutet darauf hin, dass die Behörde sich an die Schienenfahrzeughersteller mit der Bitte um Argumente gewendet hat, wie sie, die Behörde, das Ansinnen des österreichischen Erfinders abwenden sollten“, berichtete Peter Kolba, Leiter des Team Bürgerrechte der Liste JETZT.

Kolba: „In der Folge sind jetzt Schienenfahrzeuge in ganz Europa mit Gummifederungen ohne den gesetzlich geforderten Brandschutz ausgestattet, sodass täglich europaweit Millionen Menschen im Brandfall gefährdet sind.“

 „Es ist ungeheuerlich, dass Konzerne und Behörden das Leben von Passagieren und Personal einfach auf’s Spiel setzen“ empört sich Maria Stern, Obfrau von JETZT Liste Pilz.

Inzwischen untersucht die EU-Kommission den Verdacht der Bildung eines sog. Verhinderungs-Kartells der Schienenfahrzeug-Hersteller. Die Liste JETZT hatte sowohl Ex-Verkehrsminister Hofer, als auch seinen Nachfolger Verkehrsminister Reichhardt in parlamentarischen Anfragen mit dieser Situation konfrontiert und ein Einschreiten verlangt. Doch beide Minister haben diese Anfragen unrichtig beantwortet und keine ausreichenden Maßnahmen getroffen.

„Es wäre die Aufgabe der beiden Minister gewesen, diesen Missstand umgehend abzustellen. Stattdessen haben sie offensichtlich das Parlament belogen und sind in der Sache selbst untätig geblieben,“ sagt Peter Kolba, „Wir haben daher – auf Basis von hochkarätigen Gutachten – die beiden Minister und verantwortliche Spitzenbeamte des Verkehrsministeriums wegen des Verdachtes des Amtsmissbrauches bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Dabei wird die Staatsanwaltschaft auch mögliche Korruption zu prüfen haben. Es gilt für die Genannten die Unschuldsvermutung.“

Maria Stern: „Die Partei JETZT Liste Pilz wird bei einem neuerlichen Einzug in den Nationalrat dieses ungeheuerliche Staatsversagen – das an den Dieselskandal bei Kraftfahrzeugen erinnert – weiter thematisieren und auf Abhilfe dringen. “

 

 


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