VKI: 10.000 klagen VW

| 25.05.2018 | Wirtschaft

10.000 Kläger scheinen bei 394.000 Schummelautos in Österreich auf den ersten Blick nicht viel, auf den zweiten Blick sind es beachtlich viel. Meiner Einschätzung nach kommen für die VKI-Sammelfrage gegen VW praktisch überhaupt nur 100.000 bis 140.000 Fahrzeughalter in Frage.

Wie komme ich darauf? Alle, die ihr Fahrzeug im Ausland gekauft haben, dürfen beim VKI nicht mittun, weil Osterreichs Gerichte nicht zuständig sind. Damit fallen bis zu 30.000 weg. Da der VKI nur für private Verbraucher da ist, sind alle Unternehmer, Firmenfahrzeuge und Dienstautofahrer ausgeschlossen, sodass weitere 180.000 wegfallen (Cobin Claims kann diese Kategorie sehr wohl bedienen). Leute mit geleasten Autos kann der VKI auch nicht akzeptieren, solange der Leasingvertrag aktiv ist. Somit kommen weitere 40.000 Betroffene für die VKI Sammelklage nicht in Frage. Berücksichtigt man, dass die Schummelautos schon zehn Jahre alt sein können, ist mit einem gewissen “Schwund” durch Unfälle, Weiterverscherbeln ins Ausland von mindestens 40.000 Fahrzeugen zu

Wie geht es nun weiter beim VKI? Mag. Wolf: “Jetzt werden alle Fälle einzeln geprüft, gebündelt und in 16 einzelnen Sammelklagen bei den zuständigen Landesgerichten eingebracht.” Für VW steht einiges am Spiel: Bei einem Klagswert von durchschnittlich 5.000 Euro pro Schummelauto müsste der Konzern rund 50 Millionen Euro hinblättern, wenn er die Klagen verliert. Die Chancen gegen VW zu gewinnen steigen – man beachte nur all das belastende Material, das inzwischen durch Gerichtsurteile in den USA, Zeugenaussagen, Geständnisse und beschlagnahmte Dokumente aufgetaucht ist.

 

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