NoVA Millionen für Umwelt

| 28.01.2018 | Wirtschaft

Die Dieselhochburg Österreich hat ein ziemliches Abgasproblem: die Emissionen von Stickoxiden (NOX) sind zu hoch, EU-Strafen drohen. Die Hoffnungen, dass sich dieses Problem durch immer umweltfreundlichere Autos löst, haben sich seit dem VW-Skandal in Luft aufgelöst.

Noch schlimmer und fast vergessen: nicht nur der VW-Konzern hat bei den Abgasen mit falschen Karten gespielt. Auch bei vielen anderen Autos wird die Abgasreinigung (Rückführung, AGR) der Diesel-Pkw  in der kalten Jahreszeit zur Gänze ausgeschaltet. Selbst für alle upgedatete Manipulationsautos des VW-Konzern gilt: unter 15 Grad plus bleibt die Abgasrückführung ausgeschaltet und die Stickoxide landen munter in der Luft. An Tagen wie diesen.

Seit dem VW Skandal wissen wir also, wieso die NOX-Belastung im Winter so hoch ist. Die Alibi-Lufthunderter auf den heimischen Autobahnen -  an denen auch die neue Regierung festhalten will – helfen dagegen nicht viel. Solange die Abgasrückführung in den Autos komplett ausgeschaltet bleibt, ist es letzlich egal, ob auf einer kerzengeraden Autobahn mit Tempo 80 geschlichen werden muss oder 130 km/h gefahren werden darf.

Effizient ist es, das Problem an der Wurzel zu packen – radikal! Die ganz alten Autos (Euroklasse 2 und 3) sollten gezielt und für immer aus dem Verkehr gezogen werden. Sie emittieren ein Vielfaches an Stickoxiden und Feinstaub und verbrauchen definitiv auch mehr Sprit. Die Wiedereinführung einer staatlichen Abwrackprämie wäre hier zweckmäßig, die sich Staat, Autohandel und Autohersteller teilen sollen.  Im Unterschied zur erfolgreichen Verschrottungsprämie aus dem Jahr 2009 sollten aber ausnahmslos alle eine Prämie erhalten, die ihre Schrottkiste in den Shredder schicken – auch die, die sich nachher kein neues Auto mehr zulegen. Dank der  NoVA-Überschüsse wäre das leistbar, ohne ein neues Loch im Staatssäckel zu reißen.

Dringend notwendig ist eine Hardware-Nachrüstungslösung für alle neueren Autos (Abgasklasse 5 oder 6), bei denen sie technisch durchführbar und umweltmäßig ergiebig ist.  Solche nachträglichen Einbauten für Autos gibt es ja schon und ihre Bilanz ist glänzend: der NOX-Ausstoß kann um  stolze 90% verringert werden, statt 900 mg/km nur mehr 90 mg/km an Stickoxid ! Damit wäre eine schlagartige, breitflächige und nachhaltige Verbesserung der Umweltqualität möglich.

Diese Nachrüstungen sollen aber gefälligst jene Hersteller zahlen, die in Abgaswerte manipuliert und Behörden und Kunden hinters Licht geführt haben. Auch die, die geltende Gesetze ins genaue Gegenteil verkehrt haben und mit den “Thermofenstern” die Abgasreinigung außer Kraft setzen, sollen schleunigst dafür sorgen, dass ihre Autos keine Dreckschleudern mehr sind.

Ob die neue Regierung hier mehr Mumm hat als die alte? Hoffnung kommt aus Deutschland. Dort sind Hardware-Nachrüstungen bei der sich anbahnenden GROKO wieder im Rennen. Vielleicht baut sich hier noch zusätzlich ein rechtlicher Druck auf. Denn die deutsche Umwelthilfe will mit Hilfe eine „Sprungrevison“ beim Bundesverwaltungsgericht versuchen, doch noch ein Verbot von Dieselfahrzeugen zu erzwingen.

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