Abgasskandal: Kolba stärkt VW Opfer

| 26.07.2017 | Wirtschaft

Peter Kolba hat als Chefjurist des Vereins für Konsumenteninformation (VKI)  viel Geld für getäuschte Verbraucher erstritten und vor seinem Ausscheiden aus dem VKI noch die VW Sammelaktion initiiert, die sich mit 28.000 Beteiligten zur bisher größten Sammelaktion der VKI-Rechtsabteilung gemausert hat. Danach gründete er mit Cobin eine neue Plattform für Verbraucher, Unternehmer und Anleger bei Masseschäden, von der er sich allerdings wieder trennte, weil ihm die Rolle geschäftstüchtiger Anwälte nicht zusagte. Peter Kolba wird spätestens im September im Mandelbaum-Verlag ein neues Buch über den VW Skandal herausbringen mit dem Titel “Davids gegen Goliath”.

Zum Kartellverdacht: Der Bericht des Spiegels rückt den Abgasskandal in ein völlig neues Licht. Laut Spiegel sollen sich die fünf Autohersteller VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler/Mercedes von vorne herein darauf geeinigt haben, wie sie die strengen Abgasvorschriften für moderne Euro 6 Autos aushebeln, sodass auch diese angeblich so modernen Autos viel zuviel Stickoxid in die Luft jagen.

Noch ist von einem Verdacht die Rede, der erst erhärtet werden muss. Es geht um die modernsten Dieselfahrzeuge der Abgasklasse Euro 6, die beim Stickoxid strengere Grenzwerte einhalten müssen als Autos der Abgasklasse Euro 5 (80 Milligramm statt 180). Laut Spiegel wetteiferten die Konzerne nicht darum, Stickoxid effektiv zu reinigen. „Im Gegenteil: Sie schalteten die Konkurrenz auf diesem Gebiet weitgehend aus.“ (Zitat aus dem Spiegel, Nr. 30/22.7.2017 Seite 14)

Auf zahllosen Treffen stimmten sie darüber ab, wie groß die Tanks für AdBlue sein sollten, so der Spiegel. AdBlue ist der Harnstoff, der eingespritzt wird, um Stickoxide innerhalb des Motors in die harmlosen Bestandteile Wasser und Stickstoff zu zerlegen. „Große Tanks wären teuer gewesen“ (Spiegel). „ Also verständigten sich Daimler, BWW, Audi und Volkswagen auf kleine Tanks“. (Zitat Spiegel). Die darin enthaltene Menge reichte irgendwann nicht mehr aus, um die Abgase ausreichend zu reinigen.

Univ.Prof. Bernhard Geringer von der TU-Wien erklärte in der ORF-Sendung Konkret (am 24.7.2017) diesen Vorgang etwas näher: statt einer Harnstoffmenge von 5% habe man nur 1% gespritzt. Logisch, dass damit das eigentliche Reinigungssystem nicht mehr voll funktionieren konnte und unnötig viel Stickoxide in die Luft gejagt werden, die Gesundheit der Menschen und Umwelt schädigen.

Ich fasse zusammen: Beides wurde also verkleinert, der Harnstofftank und die Einspritzmenge. Sollte sich der Verdacht illegaler Absprachen erhärten, wird  das gehörig ins Geld gehen. Ein nachweisliches Kartell in der Stickoxidfrage könnte auch die Position der betrogenen Autokäufer stärken – vorausgesetzt, dass es als ersten Schritt gelingt, bei der Verjährungsfrist auf die Stopp-Taste zu drücken!

 

 

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