VW Skandal: Kaufpreis zurück!

| 25.06.2017 | Wirtschaft

Zu Deutschland: Bei den drei Urteilen handelt es sich um folgende:  Landgericht Arnsberg I-2 O 264/16 vom 12.05.2017, Landgericht Bayreuth 23 O 348/16 vom 12.05.2017 und Landgericht Wuppertal 3 O 156/16 vom 26.04.2017. Warum die VW AG – anders als bisher – keine Berufung gegen diese erstinstanzliche Urteile einlegt, hängt offenbar damit zusammen, dass sich der Konzern  keine Erfolgschancen bei den Obergerichten einräumt, heißt es in einer Aussendung der Anwaltskanzlei. Auch andere Opfer des VW Skandals in Deutschland könnten sich nun ermutigt fühlen, ihre Rechte schneller als bisher durchzusetzen, vor allem jene, die ihr Auto direkt in Wolfsburg eingekauft haben, etwa Großkunden und Käufer mit Schwerbehindertenausweis, schlussfolgert der Anwalt.

Bei VW sieht man diese Fälle anders. Im Kurier bestätigt VW zwar, dass man gegen die Urteile Arnsberg und Bayreuth nicht berufen werde, betont aber, dass es sich um Ausnahmefälle handle. Insgesamt, so der Kurier, versuche man bei VW höchstgerichtliche Urteile tunlichst zu vermeiden und entschädige die in erster Instanz erfolgreichen Kläger.

Zu den USA: Jack Ewing schildert in seinem Buch „Wachstum über alles. Der VW Skandal“ (Droemer) auf Seite 310, wie die Entschädigung für die 480.000 amerikanische Käufer der manipulierten Autos (noch ohne die großen Audis und Porsche) ausschaut:Die Betroffenen können wählen, ob sie ihr Auto an VW zurückgeben. Wenn ja, erhalten sie von VW jenen Kaufpreis zurück, der laut Liste der National Automobile Dealers Association im September 2015 für ihr Fahrzeug gegolten hat, also vor dem Ausbruch des VW Skandals. Dazu kommt noch – ja nach Wert des Fahrzeugs – eine Entschädigung, die mindestens 5.100 und maximal 10.000 Dollar ausmacht.
Die selbe  Entschädigung bekommen auch jene, die ihr manipuliertes Auto behalten wollen: zusätzlich steht ihnen die Nachbesserung der Abgassteuerung zu und zwar durch Maßnahmen, die zuvor von den amerikanischen Umweltbehörden EPA und CARB genehmigt werden müssen.
Wer sein manipuliertes Auto nur geleast hat, kann sein Auto an VW einfach zurückgeben und bekommt die Hälfte der Entschädigung, die den Besitzern zusteht, also 2.550 bis 5.000 Dollar.

Für VW wäre es am teuersten, wenn sämtliche Autos zurückgekauft werden müssten. In diesem Fall müsste VW zehn Milliarden Dollar bezahlen. Je mehr Autos nur umgerüstet werden müssen, desto günstiger für VW. Laut Bericht des ZDF “Die Geheimakte VW” von Hans Koberstein, musste VW mittlerweile 250.000 Fahrzeuge in den USA zurückkaufen.

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