VW Skandal: Nein zum Rückruf

| 03.03.2017 | Wirtschaft

Nach intensiven Recherchen und reiflicher Überlegung steht für mich fest: Derzeit gibt es keinen guten Grund, meinen Tiguan in die VW Werkstätte zum Software-Update zu fahren.

  1. VW kann und will mir nicht garantieren, dass mein Tiguan nach dem Update weniger Abgase in die Luft jagt. Das hatte man mir zwar ursprünglich versprochen, will man mir nicht garantieren.
  2. Mein Tiguan funktioniert tadellos und ich fahre sehr gerne mit diesem Auto. Warum soll ich riskieren, dass es nachher schlechter fährt? Immer wieder höre ich von Problemen nach dem Rückruf, gerade erst jetzt wieder – aus verlässlichen Quellen.
  3. Niemand außer VW und die deutsche Behörde wissen, was sich genau beim Update abspielt. Auch die braven VW-Mitarbeiter in den heimischen Kfz-Werkstätten wissen nicht, was die Software genau macht, die sie aufspielen müssen. Solange die Software nicht offengelegt wird, können auch längerfristige Folgen nicht ausgeschlossen werden.
  4. Mein Auto hat über 100.000 Kilometer auf dem Tacho. Da die Hersteller für die Einhaltung des gesetzlichen NOX-Grenzwertes nur bis 100.000 km garantieren müssen, wäre eine Überschreitung ohnehin nicht relevant.
  5. Mein Tiguan ist in Österreich ganz legal zugelassen. Sollte sich die Rechtsansicht durchsetzen, dass alle manipulierten VW Fahrzeuge eigentlich von vorn herein  keine gültige Typengenehmigung hatten (weil sie eben manipuliert wurden), kann man immer noch darauf hoffen, dass in Österreich nicht wir unschuldige Verbraucher die Zeche zahlen müssen und die Zulassung nachträglich verlieren.
  6. Der jetzige Rückruf ist -  rein rechtlich gesehen-  nicht zwingend, das bestätigen mir namhafte Juristen.
  7. VW bietet keinen wie immer gearteten Anreiz, das Fahrzeug in die Werkstätte zu bringen. Es wird keine hieb- und stichfeste Garantie abgegeben, sondern nur bestätigt, dass das Update ordnungsgemäß durchgeführt wurde.
  8. Diese Art des Rückrufs nützt also vorrangig nur VW selbst und ist  nicht im Interesse der betrogenen Kunden und Kundinnen, die damit ein Risiko eingehen sollen, ohne Vorteile zu lukrieren. VW legt es in Europa mit seinem lückenhaften Verbraucherrechten darauf an, die Manipulation aus der Welt zu schaffen und Geldstrafen zu vermeiden.

Ich sehe also nicht ein, warum ich bei diesem Spiel mitspielen soll.

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