Alk-Alarm im Reich der Tiere

| 25.09.2014 | Reise

Wie gierig Elche auf Äpfel sind, konnte ich erst kürzlich in einem ungewöhnlichen Habitat beobachten.  Im idyllischen Ort Sirning in Südtirol gibt es einen Naturpark. Zur vierbeinigen Population gehören auch Elche. Und einer davon stellt  jeden Adam in den Schatten, wenn Eva ihn mit einem Apfel in Versuchung führt. Meinen jedenfalls vertilgte er in Sekunden,  und er sprang mir fast über den Zaun des Naturparks hinweg in die Arme, weil ich die nächste Frucht nicht sofort parat hatte.

Besoffene Elche schaffen es immer wieder in die Schlagzeilen der Medien. Vor einigen Jahren blieb ein betrunkener Elch im Apfelbaum hängen – ausgerechnet vor einem Altersheim. Ein Polizeieinsatz war nötig, um ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien. In Schweden wurde eine vollkommen verwirrte Elchkuh aufgegriffen. „Voll fett“, lautete die Psycho-Diagnose.

In Schweden delirieren die Elche, in Frankreich die Rinder. Vor allem in der Normandie torkeln sie in Erntezeiten wie diesen oft trunken durch Felder und Wiesen, berichtet mir eine französische Augenzeugin. Aus Österreich sind bisher noch keine gröberen Alk-Ekzesse von Kühen bekannt. Aber was nicht ist, kann vielleicht noch werden. Nach den Schlagzeilen über die Wut-Attacken der Kühe im vergangenen Regensommer ist dieser Tiergattung jedenfalls eine erhöhte Aufmerksamkeit gewiss, die über das Sommerloch und alle sonstigen boulevardmedialen Durststrecken hinwegretteten .

Der neue Umweltminister hat außer einem Geltungs- auch einen Dichterdrang und daher unlängst eine alte Volksweisheit künstlerisch frei und etwas hopatatschig umformuliert:  „Ein Apfel pro day, bringt den Kummer away“. Wie wärs, wenn er das – immerhin als Landwirtschaftsminister –  auch den austriakischen Kühen verklickern könnte und nicht nur  den Menschen und Medien?

Fotos von Helmut Kasper

 

 

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