NoVA explodiert

| 04.02.2019 | Wirtschaft

„Hinterfotzig“ ist diese krasse Steuererhöhung deshalb, weil die Regierung ausdrücklich versprochen hatte, Autokäufer durch die Umstellung des Meßzyklus bis Ende 2019 nicht zu belasten. Bis dahin sollten zur NoVA-Berechnung nicht die höheren CO2 Werte des neuen Meßzyklus WLTP hergenommen werden, sondern die niedrigeren CO2 Werte des alten Meßzyklus NEFZ.  Die kostenneutrale Umrechnung vom neuen auf den alten Zyklus  hat offenbar nicht geklappt.  Die  ach so autofahrerfreundliche ÖVP/FPÖ Koalition zockt die Autokäufer seit Monaten eiskalt ab.

In der Branche hatte man zuletzt mit einer 12 bis 15-prozentigen CO2 Erhöhung gerechnet (Quelle: ÖAMTC-Klubjournal „autotouring“, September 2018). Daraus wurden jetzt 47%! Selbst Bundeskanzler Sebastian Kurz  hatte vor den Wahlen im „autotouring“ (Oktober 2017) noch mit treuherzigem Wimpernaufschlag versichert: „Steuern und Abgaben für Pkw werden nicht steigen, genauso wie andere Steuern und Abgaben“.  In der April-Ausgabe 2018 der ÖAMTC-Klubzeitung hatte Verkehrsminister Norbert Hofer ins selbe Horn gestoßen: „Die neue Regierung ist mit dem Versprechen angetreten, die Steuern nicht zu erhöhen“.

Autokäufer erleben seit September das genaue Gegenteil, seit der neue Meßzyklus WLTP für neu zugelassene Autos in Kraft getreten ist. Zwischen September und Dezember 2018 wurden in Österreich um 31.557 weniger Neuwagen zugelassen (Statistik Austria). Trotzdem sind die NoVA Einnahmen in diesen vier Monaten um stolze 24,5 Millionen Euro angestiegen. Im Schnitt sind es pro  Fahrzeug  2.070 Euro NoVA. In den ersten acht Monaten (bis August 2018) lag die NoVA pro Fahrzeug hingegen bei 1.405 Euro.

Der Verbraucherschutzverein fordert die Regierung auf, gegebene Versprechen zu halten und die Formel zur Berechnung  der NoVA schleunigst so ändern, dass diese heimtückische Steuererhöhung für 2019 zurückgenommen wird.  Ninz: „Man kann die Autokäufer nicht ungestraft hinters Licht führen, egal wie man grundsätzlich zur Besteuerung von Neuwagen steht“.

Das Autojahr 2018 hat dem Finanzminister insgesamt 530 Millionen Euro an NoVA in die Kassa gespült, um 62 Millionen mehr als erwartet. Und das bei rückläufigen Autozulassungen um minus 3,5 Prozent auf 341.068.

Zum Nachrechnen: In den ersten 8 Monaten kassierte Löger 363,2 Millionen NoVA bei 258.564 neu zugelassenen Autos, also 1.405 Euro pro Auto. In den letzten 4 Monaten flossen ihm 168,5 Millionen NoVA zu bei nur 81.413 Zulassungen, also 2.070 Euro.

 

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