Sprit-Märchen bei Hybrid-Autos

| 29.01.2019 | Verkehr, Wirtschaft

Hybrid bedeutet, dass in diesen Autos zusätzlich zum herkömmlichen Antrieb (Benzin, Diesel)  auch noch eine elektrische Batterie eingebaut ist. Der Verbrennungsmotor lädt mit seiner überschüssigen Energie die Akkus auf. Die Steuerung des Autos entscheidet selbst, wann die Batterie und wann der herkömmliche Antrieb zugeschaltet wird. Bei niedrigen Geschwindigkeiten in der Stadt ist der elektrische Antrieb viel effizienter als der benzingetriebene, bei langen Fahrten hingegen Diesel oder Benzin.

Bei den sogenannten Voll-Hybriden (HEV) gibt es einen  kleineren elektrischen Akku, ausschließlich vom (Benzin, Diesel) Verbrennungsmotor aufgeladen wird. Somit kann das Autos beim langsamen Fahren in der Stadt, wenn der Benzinantrieb besonders ineffizient ist, batteriegetrieben fahren und bei Langstrecken auf den Verbrennungsmotor umschalten, der bei solchen Strecken effizienter ist. Beim Plug-In-Hybride (PHEV) ist diese Batterie viel größer. Man kann von außen mit einem Stecker aufladen, sodass diese Fahrzeuge imstande sind,  längere Strecken elektrisch – und damit umweltfreundlicher – zu fahren. So entstand die Illusion, dass diese Fahrzeuge viel weniger Sprit verbrauchen und sohin umweltfreundlicher sind.

Dem ist nicht so. Die Umweltfreundlichkeit eines Hybrids hängt komplett davon ab, mit welcher Leistung man fährt. Wer damit nur auf der Autobahn fährt, verbraucht gleich viel wie ein Benziner oder Diesel.  . Und so wird beim Volvo V60 Diesel aus 1,8 Litern 4,9 Liter, aus einem VW Golf II Benziner statt 1,5 Liter stolze 4 Liter und bei einem BMW X5 XDrive Benziner aus 3,3 gar 8,2 Liter.

(Der Verbraucherschutzverein hat folgende Beispiele aus der AK Studie „Zwischen Norm- und Realverbrauch. Was hat sich in Österreich seit 2015 bei neuen PKW verändert?“ von CO2 Verbräuchen auf Liter umgerechnet).

 

Jahr       Bezeichnung                                                   Leistung              Co2 NEFZ            CO2 real Steig

 

2014 Plug In Hybrid Volvo V60 AWD PHEV             158                       48                         131,30               +173,54%

Diesel                                                                                                           1,8 Liter               4,9  Liter  +172,2%

 

2015 Plug In Hybrid VW Golf VII 1,4 Plug-in           110                       35                         94,92               +171,19%

Benzin                                                                                                          1,5 Liter               4 Liter    +166,6%

 

2016 Plug in Hybrid BMW X5 XDRIVE 40E F15       180                       77                         190,53   +147,45%

Benzin                                                                                                          3,3 Liter               8,2 Liter  +148,48%

 

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Das Problem: bei der Typisierung von Plug-in-Hybriden im Labor wird das Fahrzeug zweimal getestet, einmal nur mit Batterie, einmal nur mit herkömmlichen Antrieb (Benzin, Diesel). Beide Ergebnisse werden zusammen gezählt und durch die insgesamt gefahrenen Kilometer dividiert. Der Clou: die mit Batterie gefahrenen 11 Kilometer ergeben für CO2 eine glatte Null, weil kein CO2 anfällt. Die mit dem herkömmlichen Antrieb gefahrene Strecke von 25 km (das ist die Zeit, in der sich die Batterie wieder aufladen soll) werden mit dem jeweiligen CO2 Ausstoß multipliziert. Der so errechnete Wert wird nicht durch 25 km dividiert, sondern durch die gesamten 36 km. So kommt ein viel niedriger Wert heraus.

„Diese Berechnungsformel ist vorgeschrieben und daher keineswegs illegal“, hält Kolba fest. Aber sie führt dazu, dass der tatsächliche Sprit-Verbrauch auf der Straße extrem unterschätzt wird und den Käufern vorgegaukelt wird, sie seien sehr CO2 schonend unterwegs.

„Politik und Autoindustrie sind mehr als gefordert, diese Tricks sein zu lassen und endlich eine klare und richtige Verbraucherinformation zu bieten. Tun sie das nicht, wird bald jedes Vertrauen von Verbrauchern verspielt sein,“ sagt Peter Kolba.

 

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