Ein Konto als Bremse

| 20.02.2015 | Wirtschaft

An und für sich ist das Pensionskonto gar keine schlechte Idee – erfunden noch unter der Kanzlerschaft von Wolfgang Schüssel. Erwachsene Menschen werden dabei mit einem Brief informiert, wieviel Geld sie monatlich erhalten werden, wenn sie mit 60 (Frauen) oder 65 (Männer) in die reguläre Alterspension gehen und bis dahin keinen Cent mehr verdienen würden.  An und für sich ist es schon richtig, Menschen rechtzeitig mitzuteilen, was auf sie zukommen wird.

Doch was passiert? Viele Menschen sind schockiert. Wie sollen sie jemals von diesem kleinen Betrag auskommen, der hier auf diesem Papier steht? Schon klar, dass die spätere Pension mit jedem Monat weiter steigt, in dem man noch arbeitet.

Trotzdem greift eine Art Panik um sich. Sie erfasst die vierzigjährige Journalistin ebenso wie die 28jährige Jungakademikerin, den dreißigjährigen Jungunternehmer oder die 56jährige Angestellte. Die einen beschließen, rigoros zu sparen, die anderen schließen sofort eine Lebensversicherung ab, die ihnen später eine Zusatzpension sichert und der haut den Hut drauf, weil eh schon alles egal ist und er sowieso nie eine Pension vom Staat erhalten wird…

Diese Reaktionen führen definitiv nicht zu Mehrausgaben, sondern drosseln die Konsum noch mehr. Einen Konsum, der in den letzten sieben Jahren im Inland ohnehin schon zurückgegangen ist, weil den Österreichern und Österreicherinnen weniger Netto vom Brutto in der Tasche geblieben ist! Sie haben zwar mehr Geld bekommen, aber wegen der Teuerung können sie sich damit weniger kaufen als noch vor sieben Jahren.

Kein Wunder, wenn jetzt noch  weniger ausgegeben wird – nach diesem Pensionsschock!  Einen Stimmungsumschwung könnte eine Steuerreform bringen, die den Menschen tatsächlich mehr Geld in die Taschen spült. Hände weg aber von einer Tachenspieler-Reform, die sich die Steuerzahler im Endeffekt selber zahlen müssen.

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