Noch vor dem Papst am See Genezareth

| 17.04.2014 | Reise

Hier, rund um die Primatskirche, ist alles lieblich: sanfter Hügel, alles grünt, Vögel zwitschern. Überall wandeln Pilgergruppen, feiern Messen, beten, hören Predigten und bewundern das Erinnerungsfoto von Papst Paul dem VI, der im Jahr 2000 hierhergekommen ist. Die frommen  Gesänge breiten sich in alle Himmelsrichtungen aus.
Zum See Genezareth sind es nur ein paar Schritte. Dort geht es viel weltlicher zu. Die Pilgerinnen und Pilger sammeln Steinchen oder stellen sich barfüßig ins Wasser.  Vielleicht probieren sie aus, ob auch sie den See zu Fuß überqueren können – wie seinerzeit Jesus. Wenigstens ein paar Schrittchen. Andere liegen faul in der Sonne oder schauen gedankenverloren in den See.

Plötzlich regt sich Leben. Braune rattenähnliche Tierchen flitzen zwischen den Steinen herum. Zur Freude der Kinder und Fotografen. Ein unscheinbares Schild löst das Rätsel: Es handelt sich um Wüstenratten. Diese sind ziemlich prominent, denn sie wurden bereits in der Bibel zitiert. Dreimal sogar!! Kein Wunder, dass mein treuer Begleiter und Fotograf Helmut Kasper ihnen sofort einen Kult-Status einräumt.

Die Primatskapelle ist nicht der einzige Publikumsmagnet in Tabgha. Tabgha heisst schließlich sieben Quellen und nicht nur eine! In der Tat ist hier auch jener Ort zu finden, an dem Jesus seine berühmte Bergpredigt gehalten hat. Wo er seinen Anhängern ordentlich die Leviten gelesen hat.

Doch die idyllische Sonntagsruhe wird plötzlich unterbrochen. Zwei Kriegsflugzeuge durchpflügen die sonntäglichen Wolken. Sie sind unterwegs in den Golan. Die religiösen Gefühle sind irgendwie weggewischt.

Nützliche Tipps:

Der kleine Parkplatz vor der Primatskapelle ist ausschließlich für Busse bestimmt. Pkw müssen sich ein Plätzchen entlang der Straße suchen.

Zwischen Kapernaum und Tabgha gibt es einen gemütlichen Fußweg, dem See entlang und sehr eben. Wer Zeit hat, sollte sich dieser Strecke geben und Mobilität auf Schuster Rappen praktizieren.

Und an Sonntagen, am Tag des Herrn, ist das Areal daneben gesperrt, wo die berühmte Predigt stattfand.

Fotos von Tabgha

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Alle Kommentare:

  • Doris Roitner

    07.05.2014 | 20:22 Uhr

    Toller Bericht! Du bist wahrlich eine Expertin im Reisen, wie ich aus gemeinsamen Abenteuern weiß. Deine Tipps kann man ungeprüft beherzigen.

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