Alte Audis: Rückruf in Österreich

| 18.12.2019 | Wirtschaft

 

Ende November berichteten in Deutschland Medien wie der Bayrische Rundfunk (BR), dass weltweit 105.000 ältere Diesel-Modelle zurückgerufen würden, weil sie illegale Abschalteinrichtungen eingebaut hatten. Die Rede war von 40.000 „großen“ 3 Liter-Audis A4 und Audi A6, die zwischen 2003 und 2008 gebaut und jeweils ein Jahr danach – zwischen 2004 bis 2009 – allein in Deutschland verkauft worden sind. Dazu kamen 33.200 VW Touaregs und 5.7000 VW Phaetons, die denselben Betrugsmotor eingebaut hatten und ebenfalls in diesem Zeitraum gebaut und verkauft worden seien. VW hatte diese Berichte für Deutschland bestätigt. Gleichzeitig wurde klar, dass die deutschen Autofahrer keine Chance auf Schadenersatz mehr haben. Denn in Deutschland kann man Schadenersatz nur für Vorkommnisse verlangen, die höchstens zehn Jahre zurückliegen. Wer 2008 so ein Betrugsauto gekauft hat, hat 2019 in Deutschland also Null Chancen!

Jetzt rollt dieser Rückruf älterer Diesler also auch auf Österreich zu. Dr. Kolba:  „In Österreich schaut es für die getäuschten Käufer viel besser aus. Bei uns greift die Verjährung erst nach 30 Jahren und nicht schon nach  10 Jahren. Für ein 2003 gekauftes Auto kann man problemlos jetzt noch Schadenersatz verlangen“. Sind Schaden und Schädiger bekanntgeworden, hat man drei Jahre Zeit, vor Gericht zu ziehen. „Wir vom Verbraucherschutz werden die Entwicklung genauestens verfolgen und sinnvolle Hilfen zur richtigen Zeit anbieten“, informiert Kolba. Als Mitglied des VSV (für 30 Euro im Jahr (www.klagen-ohne-risiko.at/Mitglied) kann man sich regelmäßig informieren, auch über andere nützliche Konsumentenschutzthemen wie über die Thomas Cook-Pleite oder über die 250 Gratis Klagen für Österreicherinnen und Österreichern mit ”großen” Audis (Abgasnorm Euro 6) in Deutschland, wo die Gerichte seit einiger Zeit am laufenden Band kundenfreundliche Urteile fällen. Einstieg: www.klagen-ohne-risiko.at

Mit diesem amtlichen Rückruf für ältere Diesel bestätigt sich, was wir, Peter Kolba und  und ich, Lydia Ninz, im 2018 erschienenen Buch („Diesel-Betrug. Wie Sie sich zur Wehr setzten können!“ myMorawa) schon beschrieben haben: Audi war die Keimzelle des Abgasbetrugs, der bei Oberklasse-Autos bis ins Baujahr 2003 zurück reicht! Dass sich bei diesen großen 3-Liter-Modellen dieser  Betrug bis ins Baujahr 2017 hineinzieht, kann man anhand den gesetzlich verhängten Rückrufe der deutschen Behörde („Kraftfahrt-Bundesamt“) verfolgen: Seit einem Jahr wurden in acht Rückrufaktionen 292.000 Audis der Abgasnorm Euro 6 (A4 bis A8, Q5,Q7), in einer einzigen Rückrufaktion (2. 12.2019) weitere 17.886 Audis der Abgasnorm Euro 5  (A6,A7,A8) und jetzt  105.000 ältere Audis, Touarges und Phaetons der Abgasnorm Euro 4 zurückgerufen.

In der Kompaktklasse, das sind  1,2; 1,6 und 2 Liter Autos mit dem berüchtigten Betrugsmotor EA 189  wurden europaweit ja 8,4 Millionen Fahrzeuge der Abgasnorm Euro 5 zurückgerufen, die zwischen 2010 und 2015 von VW, Skoda, Audi und Seat verkauft worden waren.  Deutsche Medien äußern neuerdings den konkreten Verdacht, dass auch bei den neueren Modellen mit dem Nachfolgemotor EA 288 und der Abgasnorm Euro-6 illegale Abschalteinrichtungen eingebaut worden sein sollen. Top-Techniker Dr. Axel Friedrich, der gemeinsam mit der Deutschen Umweltbundeshilfe (DUH) maßgeblich zur Aufdeckung des Dieselskandals geführt hat, ist aufgrund seiner Straßenmessungen davon überzeugt, dass dem so ist.

 

Es würde mich gar nicht wundern, wenn diese Berichte einen wahren Kern hätten.

 

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