Hofers Bärendienst

| 29.08.2019 | Wirtschaft

Weitere Kritikpunkte an Hofers Vorschlag:

Bei 12 Jahre alten Pkw  müssten auch EURO 4 Diesler verschrottet  werden. Diese Autos sind noch zu wertvoll für eine Verschrottung! Zudem sind sie sogar sauberer als modernere Euro 5 Autos, da sie mit  646 mg/km weniger Abgas (Stickstoffoxid, NOX) ausstoßen als Euro 5er mit 846 mg/km. Für diese Autos wären attraktive Rabatte sinnvoller als der Zwang zur Verschrottung, der umweltmäßig eine reine Verschwendung ist.

„Abwracken“: da ist genau aufzupassen, damit nicht Autos reihenweise in fremde Länder verscherbelt werden, wo man es mit der Umwelt möglicherweise nicht so genau nimmt. Damit würde der bestehende Trend verstärkt, eine Wiederverwertung in Österreich zu schwächen.

Wenn es um die Umwelt ginge, müsste es Stilllegungsprämie auch für alle geben, die sich von ihrem alten Auto verabschieden und sich kein neues mehr kaufen. So eine Abwrack-Prämie wäre dann keine reine Verkaufsförderung für die Branche, sondern ein echter Beitrag zum Umweltschutz.

Wenn schon unbedingt ein Kaufzwang installiert wird, müsste wenigstens sichergestellt sein, dass dafür wirklich nur Neufahrzeuge gekauft werden, die der strengen Abgasnorm Euro 6d-temp entsprechen und nicht etwa auch für sogenannte neue Gebrauchte oder Vorführwagen, die jetzt deshalb auf Halde stehen müssen, weil sie den neuen, ab 1. September geltenden strengeren WLTP Kriterien nicht entsprechen.

Hofers begründet seinen Vorstoß, 12 Jahre alte Autos zu verschrotten und sich den Neukauf eines Autos mit 1.500 Euro versüßen zu lassen, mit der „alten“ Abwrackprämie 2009. Dabei vergisst er geflissentlich, dass diese Aktion damals doppelt begrenzt war: maximal 30.000 Autos durften eingewechselt werden (bei einem Potenzial von fast einer Million) und maximal 45 Millionen Euro durfte das Ganze insgesamt kosten, davon die Hälfte dem Staat. Und so war es auch. Drei Monate nach dem Start im April 2009 war Anfang Juli alles vorbei.

Für den Fiskus war die damalige “Ökoprämie” das reinste Geschäft: Da in Österreich – ein Unikat in ganz Europa! – bei jedem Neuwagenkauf die NoVA bezahlt werden muss, kassiert der Staat bei jedem Neukauf mit.

Diesmal wäre das Geschäft für den Staat noch viel lukrativer, weil die NoVA ja – von Hofer und CO – inzwischen neuerlich erhöht wurde und ab 2020 nochmals erhöht werden wird.

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