NoVA: Kassa statt Öko

| 12.05.2019 | Wirtschaft

Dazu muss man wissen: Seit September 2018 haben sich die amtlichen CO2 Werte durch die Umstellung auf den neuen, realitätsnäheren Prüfzyklus um 28% erhöht. Obwohl die Regierung versprochen hatte, bis Anfang 2020 noch auf die alten niedrigeren CO2 Werte zurückzugreifen, sind die CO2 Werte und die NoVA Einnahmen seitdem gestiegen. Der Grund: Durch das Rückrechnen sind die CO2 Werte nicht gleich geblieben, sondern laut ÖAMTC/Eurotax um 6,7% gestiegen. Damit holte sich Löger ein entsprechendes Körberlgeld bei der NoVA von geschätzt 60 Millionen Euro.

An dieser Praxis des eiskalten Abkassierens hält Löger bis Ende dieses Jahres weiterhin fest. Denn erst Anfang nächsten Jahres wird die NoVA speziell für CO2 sparsame Autos gesenkt. Für sehr umweltfreundliche Autos mit bis zu 128 Gramm CO2 (alter Wert: 100 g), wird die NoVA ab kommenden Jänner 2020 komplett wegfallen,  wie schon vor September 2018! Momentan muss man aber dafür noch 150 Euro NoVA abliefern (Kaufpreis 15.000 Euro).

Bei den am meisten gekauften Autos (mit 157 Gramm CO2) musste man vor der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus 1.350 Euro NoVA abliefern (bei 25.000 Euro Kaufpreis). Jetzt sind dafür aber stolze 1.760 Euro NoVA fällig. Ab nächsten Jänner wird sie geringfügig höher (1.772).

Auf den ersten Blick schaut es so aus, als würden die starken Spritfresser ab nächsten Jahr um sehr viel stärker belastet. Auf den zweiten Blick wird klar, dass sich für sie ab nächsten Jahr nicht viel ändert. Der Grund: Der höchst mögliche NoVA-Steuersatz von 32% bleibt ja unverändert.  Ab 315 Gramm CO2 Ausstoß (früher 250) bleibt es bei maximal 32%, auch wenn sie noch soviel CO2 ausstoßen. Es verteuert sich nur der Malus, der ab einer gewissen Schwelle pro Gramm fällig wird. Statt 20 Euro kostet jedes Gramm künfitg 40 Euro. Da Löger aber gleichzeitig auch den Schwellenwert angehoben hat (von jetzt 250 auf 275 Gramm), ab dem Malus zu zahlen ist,  kommt es für die dicken Brummer doch nicht so dicke

Dazu ein Beispiel: Ein Auto  330 Gramm CO2 (früher 260 g) zahlte früher 11.100 Euro NoVA  und seit der September-Umstellung 11.440 (Kaufpreis 35.000). Ab nächstem Jahr sind es 13.162 Euro, um 1.722Euro mehr. Gemessen an dem Kaufpreis für so ein teures Auto ist das zwar nicht extrem viel. Trotzdem könnte es hier zu Vorzieheffekten im heurigen Jahr kommen.

Aus Sicht der Umwelt und der Einhaltung von Steuerversprechen wäre es sinnvoller, die NoVA-Umstellung sofort zu machen.

Wer sich in die Komplexität der NoVA-Berechnung  vertiefen will:

Die neue Formel:

(xx CO2-115)/5= NoVA Steuersatz in % (maximal 32 %)

Der errechnete Prozentsatz wird auf den Autopreis (ohne Ust) umgelegt.

Die sich daraus ergebende Euro-Summe wird um 350 Euro vermindert.

Für Autos mit mehr als 275g CO2 kommt noch ein Malus dazu. Dieser Malus beträgt 40 Euro pro Gramm, das über die 275 hinausgeht

 

Die alte Formel:

(xxCO2-90)/5= NovA Steuersatz in % (darf maximal 32 % sein)

Der errechnete Prozentsatz wird auf den Autopreis (ohne Ust) umgelegt.

Die sich daraus ergebende Euro-Summe wird um 300 Euro vermindert

Für Autos mit mehr als 250 g CO2 kommt noch ein Malus dazu. Dieser Malus beträgt 20 Euro pro Gramm, das über die 250 hinausgeht

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