Tu Austria rüste nach!

| 06.01.2019 | Wirtschaft

In Deutschland wird eine Hardware-Nachrüstung umgesetzt, VW und Daimler/Mercedes und wohl auch auch BMW haben zugesagt, dafür Kosten von bis zu 3.000 Euro pro Auto zu übernehmen. Deutsche Experten wie Dr. Axel Friedrich gehen davon aus, dass diese Kostenübernahme nicht nur auf jene 15 deutsche Städte eingegrenzt bleibt, in denen die Luft am stärksten belastet ist.

Sieben gute Gründe zählt Peter Kolba auf, warum Hardware-Nachrüstungen für Diesel-Pkw in Österreich überfällig sind.

  1. Mehr Fahrzeuge: in der „Dieselhochburg“ Österreich gibt es knapp 900.000 Diesel-Pkw , die 3 bis 8 Jahre alte sind und in jene Abgasnorm Euro 5 fallen, die vom Abgasbetrug am stärksten betroffen ist. Im Vergleich zu Deutschland (6 Millionen) ist dieser Anteil höher.
  2. Zuviel Dreck aus Auspuff: Diese Euro-5 Diesel-Pkw stoßen im Schnitt 846 Milligramm Stickoxid pro Kilometer aus. Das ist das 4,7-Fache des erlaubten Grenzwertes von 180 mg/km und sogar mehr als bei älteren Diesel-Pkw der Abgasnorm Euro 4 (642mg/km).
  3. Zuviel Dreck in der Luft: Knapp 140.000 Tonnen Stickstoffoxid-Emissionen werden in Österreich pro Jahr in die Luft gejagt (laut „aktuellster“ Messung 2016). Erlaubt sind aber nur 103.000 Tonnen pro Jahr. Diese Luftbelastung ist real existent und gefährdet Umwelt und Gesundheit, auch wenn auf dem Papier die Zahlen schön gerechnet wurden.
  4. Hardware-Umrüstung effizient: Dass Software-Updates nicht geeignet sind, die Stickstoffoxid-Emissionen zu senken, ist mit Straßentests mehrfach nachgewiesen. Dass durch Hardware-Nachrüstung die Autos wesentlich sauberer gemacht werden können,  ist ebenfalls empirisch bewiesen. Ein umgerüsteter VW Passat brachte es auf „nur“ 52 mg/km! (siehe Interview mit Dr. Axel Friedrich, www.lydianinz.at)
  5. Umwelteffekt enorm: wenn auch nur bei der Hälfte der Euro-5-Autos die Stickstoffoxid-Emissionen um 75% gesenkt werden könnten, bedeutet dies 5.140 Tonnen weniger Stickstoffoxid-Emissionen. Jedes Jahr! Auf einen Schlag. Österreichweit.
  6. Stopp dem Preisverfall: Mit so einer Senkung gibt es für die umgerüsteten Diesel-Pkw auch in Zukunft Freie Fahrt in alle Städte. Damit wird auch der anhaltende Preisverfall für gebrauchte Diesel-Pkw gestoppt.
  7. Verursacherprinzip: Zahlen soll, wer das Ganze eingebrockt hat – die Hersteller. Draufzahlen sollen auf gar keinen Fall die Autokäufer, die mehr Geld für einen Diesel auf den Tisch gelegt haben – im guten Glauben, ein umweltfreundliches Auto zu fahren!
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