VW Skandal: Erschütternde Bilanz

| 14.09.2018 | Wirtschaft

 Obwohl sich der Abgasskandal darum dreht, dass die manipulierten Autos auf der Straße viel zuviel Stickstoffoxid (NOx) ausstoßen, hat die deutsche Behörde für das Software-Update kein genaues Ziel zur Senkung dieses Abgases vorgegeben. Dem Konzern wurden dermaßen lasche „Zielwerte“ eingeräumt, dass durch das Update keine signifikanten Verbesserungen des Stickstoffoxid-Ausstoßes möglich sind.
So hat das KBA dem Konzern beim Update einige Abschalteinrichtungen gestattet, die sog. „Thermofenster“. Das heißt, dass bei Dieselfahrzeugen der Abgasnorm Euro 5 jenes System („Abgasrückführungssystem“ AGR), das die Stickstoffoxide senkt, in der kalten Jahreszeit systematisch weggeschaltet wird. Nur bei Außentemperaturen zwischen +15 bis +33 Grad Celsius (= „Thermofenster“) ist die Abgassenkung aktiv.

 In unseren Breitengraden bedeutet dies, dass der abgassenkende Effekt mehr als das halbe Jahr nicht stattfinden kann. Nicht genug damit, hat sich die deutsche Behörde zunächst eins zu eins der Rechts-ansicht des VW Konzerns angeschlossen, wonach die Grenzwerte nur im Labor und nicht auf der Straße einzuhalten seien. Eine falsche Rechtsansicht, die vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf nicht stand hielt.

Bei Stickstoffoxid handelt es sich nicht um irgendein Abgas, sondern um ein gesund-heitsschädigendes Abgas, das die Atemwege/Lungen schädigt, zur Ozon- und Fein-staubbildung beiträgt und – so Wissenschaftler – zu vorzeitigen Todesfällen führt.

Die 555.000 betrogenen Auto-Käufer haben in den USA allein für die Tatsache, dass sie betrogen wurden, zwischen 5.100 und 10.000 Dollar Schadenersetz bekommen. Zudem können sie wählen, ob sie die manipulierten Autos zurückgeben oder repariert haben wollen. In Europa wurden die 8,5 Millionen VW Kunden mit intransparenten Software-Updates abgespeist – die kostenmäßig günstigste Variante für den Konzern. Daraus resultierende Folgeschäden für die Kunden werden von VW zunächst bestritten und dann kleingeredet. Eine Garantie, dafür einzustehen hat VW jedoch verweigert. .Auch die vorgegebenen Zeitpläne wurden in keiner Weise eingehalten. Statt wie versprochen im Jahr 2016 waren bis August 2018 erst 7  von 8,5 Millionen Autos in Europa zurückgerufen.

Der VSV fordert  die österreichische Regierung auf – insbesondere Verkehrsminister Hofer und Konsumentenschutzministerin Hartinger-Klein – sicherzustellen, dass die Auto-mobilhersteller angekündigte ‚freiwillige‘ Updates auch in Österreich anbieten, offenlegen welche Folgen diese haben (Nachtanken von Harnstoff, …) und eine hieb- und stichfeste Garantie abgeben, dass sie für Folgeschäden einstehen.

 Der neue Verbraucherschutzverein (VSV) ist eine von Staat und Wirtschaft unabhängige NGO. Ich bin eine von acht Vorstandsmitgliedern, die ehrenamtlich und unentgeltlich am Aufbau dieses Projekts arbeiten, das durch Mitgliedsbeiträge und Crowdfunding von der Zivilgesellschaft finanziert werden soll. Mit 30 Euro sind Sie dabei.( https://www.verbraucherschutzverein.at/Mitgliedschaft/)

Der VSV startet mit zwei brennenden Themen in einen „heißen Herbst“:

  • Wir werden uns gegen die Verkürzung der Lebensdauer von Produkten (Obsoleszenz) und für eine klare Information der Verbraucher über die Lebensdauer und Reparaturfreundlichkeit von Produkten einsetzen.
  • Wir informieren über die Hintergründe des Diesel-Skandals und wie man sich dagegen zur Wehr setzen kann.

 

Kolba: „Mit beiden Themen mischen wir uns – im Interesse von Verbrauchern – in die  Rechtspolitik ein und informieren klipp und klar die Öffentlichkeit über Probleme. Wir wollen unsere Mitglieder beraten und ihnen bei der Durchsetzung ihrer Rechte helfen“.

„Was Obsoleszenz und Schummelsoftware bei Diesel-Fahrzeugen verbindet, ist die Informations-Assymetrie zwischen Herstellern und Konsumenten. Die Konsumenten kaufen – egal ob Waschmaschinen oder Diesel-Autos – die Katze im Sack“ , bringt es Sepp Eisenriegler, Gründer des Reparaturzentrums R.U.S.Z. und im Vorstand des VSV auf den Punkt.

Der VSV betreibt unter www.verbraucherschutzverein.at eine Web-Site, gibt einen regelmäßigen Newsletter heraus und baut über eine Crowdfunding-Kampagne eine Büroinfrastrukur auf ( www.startnext.com/verbraucherschutzverein).

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


 

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