VW: Flop mit Schrott

| 31.12.2017 | Wirtschaft

Seit dem Diesel-Gipfel im Sommer ist eine rekordverdächtige Schleuderaktion bei Neuwagen im Gange, zur Freude kaufkräftiger Kunden, die sich jetzt noch größere Autos leisten können. 20 prozentige Nachlässe sind drin, ganz ohne Extra-Verschrottungsprämie für einen alten Diesel.  Bekannte berichten mir von 30% Ermäßigung durch einen Premium-Hersteller – ebenfalls ohne  Schrottprämie.

Massiv geschleudert hat der VW Konzern, der laut „der Standard“ für Audi, Skoda und Seat die Verschrottungsaktion um drei Monate verlängern will. Dabei hat der mit seiner Schummel-Software aufgeflogene Konzern als einziger auch alte Diesel-Pkw  völlig fremder Marken akzeptiert und damit die Konkurrenz ausgestochen. Andere Anbieter wie Mercedes beteiligten sich zwar an der Rabattschlacht, nicht aber an der Umweltprämien-Aktion.

Ing. Walter Kletzmayr vom Altautosammlersystem (Österreichische Shredder GmbHCOKG) schätzt, dass heuer in Österreich 8.000 bis 10.000 mehr Altautos im Shredder landen werden als die sonst üblichen 50.000. Wieviel davon der Prämienaktionen der Autohersteller geschuldet sind, wird sich erst im Februar oder März herausstellen, sobald diese Schrottautos tatsächlich in einem der sechs Shredderbetriebe gelandet sind. Manche Schrottautos kurven ja noch in Österreich herum, bis das neu bestellte Fahrzeug kommt, sagt Kletzmayr. Für ihn und seine Branche ist diese Prämienaktion der Autohersteller jedenfalls ein Erfolg.

Aus Umweltsicht ist das Ergebnis ziemlich mickrig.  Die Hoffnungen der Politik, damit  die schmutzigeren Dieselfahrzeuge für immer und im großen Stil aus dem Verkehr zu ziehen,  hat sich in keiner Weise erfüllt. Was bitte sind schon 10.000 Stück bei 1,9 Millionen alter Diesel-Pkw, die hätten verschrottet werden können? Ein halbes Prozent des gesamten Potenzials!

Auch verglichen mit der „Abwrackprämie“ aus dem Jahr 2009 stinkt die aktuelle Aktion ziemlich ab. Damals wurden 30.000 Dreckschleudern aus dem Markt genommen, dreimal so viel wie jetzt (laut aktuellen Zahlen) und in viel kürzerer Zeit (in drei Monaten statt fünf). Es gab damals viel kleinere Prämien (insgesamt 1.500 Euro statt bis zu 8.000 Euro). Der Umwelteffekt war  weitaus größer, weil damals nur uralte (über 13 Jahre alte) Pkw verschrottet wurden.

Während der neue Finanzminister bis Oktober stolze 42 Millionen durch mehr Neuwagenkäufe kassierte, werden die Käufer von Schummelautos zum Update gezwungen. Nach neuesten Infos des VW Konzerns haben 320.000 Autobesitzer die Updates durchgeführt. Betroffen sind nach Zählung von VW 364.000 Autos und nach Zählung des Verkehrsministeriums 394.000. Aus Sicht von Umwelt und Konsumenten wäre eine echte Hardware-Nachrüstung der manipulierten Autos auf Kosten des Herstellers sinnvoll – allerdings nur in Fahrzeugen, wo dies technisch möglich ist.

 

 

 

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