VW: Bei 40% Update-Probleme

| 08.11.2017 | Wirtschaft

Der VKI hat seine Umfrage bei jenen 27.000 Fahrzeughaltern in Österreich durchgeführt, die sich über ihn an der niederländischen VW Stichting beteiligt haben. Von den insgesamt 10.800, die geantwortet haben, waren die erwähnten 9.000 beim Update.

Hier die „Hitliste“ der Beschwerden (Mehrfach-Nennungen)

  1. Höherer Kraftstoffverbrauch: 1.800 Personen
  2. Leistungseinbrüche (unteren/oberen Drehzahlbereich): über 1.400 Teilnehmer
  3. Motor ruckelt/nagelt: 1.400 Personen
  4. Probleme beim Beschleunigen: über 1.000 Personen
  5. Probleme mit Abgasrückführungssystem: 650 Personen
  6. Schnellere Verrußung des Partikelfilters: knapp 500 Personen
  7. Erhöhte Geruchsbildung oder massives Gebläse: 100 von Personen

 

Auch ein KFZ-Sachverständiger vor Gericht hält technische Probleme mit dem Abgasrückführungssystem(Ventile, Kühler), Injektoren sowie eine schnellere Verrußung des Partikelfilters für möglich, wenn es nach dem Update zu erhöhter Rußbildung kommt. Ein damit verbundenes häufig erforderliches Regenerieren führt wiederum zu höherem Kraftstoffverbrauch.

Einschränkend merkt derselbe Gutachter an, dass dabei auch die Fahrweise eine Rolle spielt oder ob man auf Kurzstrecken oder Langstrecken unterwegs ist. Bei Kurzstrecken muss man den Partikelfilter ohnehin viel früher austauschen (oft weit unter 100.000 km), während Langstreckenfahrer mit ihrem Partikelfilter oft 200.000, 300.000 oder sogar bis zu 400.000 km fahren können. Der Grund: bei Langstrecken regeneriert sich der Partikelfilter von selbst, bei Kurzstrecken nicht.

Derselbe Sachverständige  stellt einen interessanten Unterschied fest: bei 1,6 Liter Motoren kommt es deutlich häufiger zu Problemen nach dem Update als bei 2 Liter Motoren und zwar bei den Injektoren, beim AGR-Ventilen, AGR-Kühlern und bei Partikelfiltern. Bei den 1,6 Liter Motoren übernehme die Porsche Holding 90% der Kosten „in Kulanz“. Nur wenn die Kunden nach dem Update besonders lästig seien, kommt es vor, dass die Händler die restlichen 10% übernehmen.

Der Experte vermutet, dass beim Update der Schummel-Modus 0 (der geschönte Abgaswerte auf dem Prüfstand produziert) entfernt wurde. (Technisch gesprochen: dass diese Programmierstelle im Quellcode stillgelegt oder eliminiert wurde). Was genau beim Update passiert, weiß auch der Sachverständige nicht. Denn VW verweigert bis heute, den Quellcode oder seine Wirkungsweise offenzulegen. Dadurch ist es auch Fachexperten derzeit einfach nicht möglich, die Folgen des Software-Updates technisch exakt einzuschätzen.

Der VKI empfiehlt allen Betroffenen, negative Veränderungen nach der Umrüstung genau zu dokumentieren und verspricht, zu prüfen, ob sich daraus Ansprüche ergeben.

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