VW-Skandal: Aufstand der Händler

| 01.06.2017 | Wirtschaft

 

 

“Das Vertrauen zwischen Händlern und VW ist massiv belastet”, sagte Dirk Weddigen von Knapp, Präsident des VAHV zur Süddeutschen Zeitung (SZ): “Die Täuschung von VW hat VW-Kunden verärgert. Lange waren wir dabei ziemlich gelassen. Aber das ändert sich”, so der Präsident.

Die  deutschen Händler werfen VW und Audi mangelnde Unterstützung vor: Die Umrüstung der betroffenen Autos laufe nicht wie geplant. Das zentrale IT-System, das bei Werkstattbesuchen geschädigter Kunden das richtige Software-Update liefern muss, falle immer wieder tageweise aus, heißt es. Bei VW heißt es, die Probleme seien bekannt und weitgehend behoben, berichtet die SZ.

Die Händler vermissen auch Unterstützung in Rechtsfragen. “Konzerntöchter wie Audi weigern sich, die Kosten der Rechtsstreitigkeiten mit den Kunden zu übernehmen”, klagt Weddigen von Knapp. Die Folgen sind gewaltig: Nach deutschem Recht nehmen viele Kunden den Händler in die Pflicht. “Es geht um inzwischen Zehntausende Klagen gegen VW und Audi”, erklärt der Verband. Teils lägen die Zusatzkosten eines Falles für die Händler bei mehr als 2000 Euro.

In Deutschland geht es um 2,6 Millionen betrogene Autohalter. Davon sind laut VW-Angaben 1,7 Millionen umgerüstet worden. Die Markenwerkstätte spielen beim Update stets nur jene Software auf die Fahrzeuge, die ihnen von der Konzernzentrale geliefert wird. Auch sie wissen im Detail nicht, was beim Umrüsten im Auto passiert. Falls danach Probleme auftauchen, sind sie mit den Beschwerden der Kunden vor Ort konfrontiert, mit denen sie langjährige Geschäftsbeziehungen pflegen und denen sie auch in Zukunft noch Autos verkaufen wollen.

„Wir hatten zuerst das Gefühl, unser Autohändler sei auf unserer Seite“, erzählt eine Kundin aus Österreich, deren Yeti nach dem Update plötzlich Probleme hatte. Bei der ersten Reparatur danach zeigte sich das Autohaus zwar noch kulant, bei der nächsten schaltete es auf stur. Erst nach der dritten Reparatur zeigte sich der Autohändler wieder kundenfreundlicher.

In Österreich setzen die Autohändler auf Diplomatie, berichtet die AUTO-Information. Händlerverbandssprecher Mag. Stefan Hutschinski will seine Mitglieder über den Stand der Entwicklungen informieren.

Na dann.

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