VW gibt Mehrverbrauch zu

| 11.05.2017 | Wirtschaft

Konkret geht um einen VW Sharan TDI mit einem manipulierten Motor EA 189, der auch über ein SCR-System verfügt. Dieses SCR-System hilft, die Abgase innermotorisch zu reinigen und so kann der Stickoxid-Ausstoß viel stärker gesenkt werden als bei Autos, die lediglich ein Abgasrückführungssystem (AGR) haben. Damit das SCR-System funktioniert, braucht es Harnstoff (adblue) aus einem eigenen Tank, der im Fahrzeug eingebaut ist.

Nach dem Update mussten die Besitzer des Sharan feststellen, dass ihr Fahrzeug mehr verbraucht. Sie ließen sich das nicht gefallen und schrieben an die Porsche Holding in Salzburg.

Erstaunlich: VW gibt zu, dass sich nach dem Update am Verbrauch etwas ändert!

Erstaunlich: VW gibt einen Mehrverbrauch an Harnstoff zu.

Erstaunlich: VW gibt nicht nur für dieses Auto einen Mehrverbrauch zu, sondern generell für manipulierte Autos mit SCR-System!

Wörtlich heißt es im Schreiben der Porsche-Holding:

„Nach dem Software-Update von Diesel-Fahrzeugen mit Motoren des Typs EA189, die zusätzlich mit SCR-Systemen ausgestattet sind, wird es zu einem veränderten AdBlue-Verbrauch kommen. Denn nach dem Software Update wird bei der Abgasnachbehandlung unter bestimmten Bedingungen eine größere Menge an AdBlue zur Emissionsreduzierung eingesetzt.“

Die Kompensation bietet VW in folgenden Worten an:

„Die anfallende Verbrauchsabweichung an AdBlue wird ohne Anerkennung einer Rechtspflicht durch fünf kostenfreie AdBlue-Betankungen ausgeglichen. Für alle umzurüstenden Fahrzeuge mit SCR-Systemen werden Bescheinigungen für fünf kostenfreie AdBlue -Tankbefüllungen durch den VW Service Partner ausgegeben. Die Bescheinigungen umfassen die Material- und Servicekosten und können bequem bei einem (Vertrags-)Servicebetrieb nach Wahl eingelöst werden. Zusätzlich wird der AdBlue-Tank bei Durchführung des Software Updates einmalig vollständig und kostenfrei befüllt.“

Es geht also um insgesamt sechs Tank-Füllungen an Harnstoff.

Während VW in Briefen den Harnstoff-Mehrverbrauch zugibt, stoßen andere Kunden mit Problemen nach dem Update zunächst auf Granit. Nur wer hartnäckig bleibt, kommt durch.

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