VW-Skandal: Lösung für Tuning

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Tuning heißt, die Motorleistung des gekauften Fahrzeugs zu erhöhen, etwa von 120 auf 143 PS. Es geht darum, eine prinzipiell vorgesehene höhere Motorleistung abzurufen. Legal ist das Tuning nur, wenn es ordnungsgemäß durchgeführt und auch im Zulassungsschein eingetragen wurde. Schließlich muss für ein getuntes Fahrzeug in Österreich auch eine höhere motorbezogene Versicherungssteuer gezahlt werden, die  jedes Jahr automatisch mit der Kfz-Versicherung kassiert wird.

 

Wörtlich heißt es in der Information von Porsche Austria: „Beim Aufspielen der neuen Software im Rahmen der Diesel Aktion geht ein etwaiges vorhandenes Chiptuning am Fahrzeug verloren. Sofern es sich um ein gesetzeskonformes, eingetragenes Chiptuning handelt, übernimmt Volkswagen die Kosten zur Wiederherstellung des Chiptunings.“

 

Und was ist, wenn die höhere Motorleistung mit einer externen Tuningbox erreicht wurde und nicht mit Chiptuning? Antwort aus der Porsche Zentrale in Salzburg: „Die externen Tuningboxen, die zwischen Motorsteuergerät und Kabelbaum eingebaut sind, werden vor dem Softwareupdate entfernt, und danach wieder angeschlossen.“

 

Diese Tuning-Regelung gibt es für alle manipulierten Marken des VW-Konzerns, also für VW, Audi, Seat und Skoda, bestätigt Porsche Austria auf Anfrage.

 

Die Klärung der Tuning-Frage wird sicherlich dazu beitragen, dass mehr zurückgerufene Fahrzeuge  in die Werkstätte zum Update gebracht werden. Ohne die Kostenübernahme durch den Konzern ginge viel Geld verloren: Immerhin kostet ein ordnungsgemäß durchgeführtes Tuning zwischen 700 und 1.000 Euro. (Ein illegal durchgeführtes Tuning ist schon für 300 Euro zu haben).

 

Wieviel Fahrzeuge getunt unterwegs sind, ist schwer zu schätzen. Insider gehen davon aus, dass ihr Anteil zwischen 10 und 30 Prozent liegt, je nach Modell. Beliebt ist Tuning vor allem bei Männern.

 

Mein Tiguan ist jedenfalls nicht getunt