VW: Druck auf Garantie-Erklärung steigt

| 08.09.2016 | Wirtschaft

Verbraucherorganisationen aus den meisten Mitgliedstaaten klagten über einen “Mangel an Transparenz”, sagte die zuständige EU-Kommissarin Vera Jourova. Der Konzern habe Autofahrer nicht ausreichend informiert, wie Abhilfe geschaffen werden solle, hieß es aus der Brüsseler Behörde, die für heute Verbraucherorganisationen mehrer EU-Staaten zusammengetrommelt hat, darunter auch Vertreter des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) aus Österreich. In der Süddeutschen Zeitung wies VW alle Vorwürfe der Kommissarin prompt zurück

Auch von der Spitze des mächtigen deutschen Autofahrerclubs ADAC kommt Kritik: Autofahrer dürften nicht für Versäumnisse anderer bestraft werden. “Um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, müssen Autoindustrie und Politik sicherstellen, dass sich für Verbraucher weder aus der Umrüstung noch aus der Aufarbeitung weitere Nachteile ergeben”, sagte Vizepräsident Thomas Burkhardt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Ein richtiger Schritt wäre es aus seiner Sicht, die Einhaltung aller Vorschriften und Abgaswerte verbindlich zu garantieren.

Per Mail habe ich bei Österreichs Verkehrsminister Jörg Leichtfried folgende Frage gestellt:Laut Angaben von VW und laut ÖAMTC Tests werden die Autos nach dem Update auf der Straße wesentlich weniger NOX ausstoßen. Ist es für Sie verständlich, wenn VW Kunden mit einem manipulierten Fahrzeug (so wie ich) bei VW eine schriftliche Garantie von VW für diese Verbesserung verlangen?“

Die Antwort des Ministeriums im Wortlaut: „Aus den Mitteilungen des deutschen Kraftfahrtbundesamtes (KBA) ergibt sich, dass die genehmigten Updates wirksam sind und die Fahrzeuge nach Durchführung der Updates die gesetzlichen Anforderungen einhalten. Es ist aber auch verständlich, dass Kunden auf Nummer sicher gehen wollen.“

Naja, immerhin handelt es sich beim KBA um jene Behörde in Deutschland, die für die europaweite Zulassung deutscher Fahrzeuge zuständig ist und die den Manipulationen des Konzerns jahrelang nicht auf die Schliche gekommen war.

Dass das  in Sachen VW bisher äußerst zurückhaltend agierende heimische Verkehrsministerium  für unsereiner nun ein gewisses Verständnis zeigt, ist jedenfalls ein Anfang.. Mal sehen, was sich daraus noch entwickeln kann.

Das Update verläuft in Österreich äußerst schleppend. Nach Angaben des Verkehrsministeriums wurden bisher erst knapp 80.000 Fahrzeuge zurückgerufen bei insgesamt 388.000 betroffenen Fahrzeugen. Davon sind bisher nach Angaben des Ministeriums nur  knapp 30.000 Autos zum Update in die Werkstatt gebracht worden. (VW hatte von 35.000 Fahrzeugen gesprochen).

Soviel ist sicher: Für heuer geht sich das Ganze nicht mehr aus! Und mit einer Garantie würde es flotter gehen!

 

 

 

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