VW Skandal: Brisante Hinweise

| 04.08.2016 | Verkehr

  Was ist also bei dem von den Franzosen getesteten Tiguan herausgekommen, der mit 2 l Motor, 140 PS (103kw) und EUR 5 in der Grundausstattung meinem Tiguan sehr ähnlich ist?

Bei den Stickoxiden (NOX):

Statt 119,8 mg/km wurden 171 mg/km NOX-Ausstoß auf dem Prüfstand gemessen.

Das sind  42,7 % mehr als im Typenschein angegeben, aber noch knapp unter dem für EUR 5 vorgeschriebenen Grenzwert von 180 mg/km! Merkwürdig: Weil die Franzosen als Maßstab den Grenzwert hernehmen und nicht den im Typenschein eingetragenen Wert, ist für sie damit die Welt in Ordnung. Für mich aber nicht: eine Überschreitung von 42,7 % ist keine Kleinigkeit.

Auf der Straße stellten die Franzosen einen NOX-Ausstoß von 830 mg/km fest.

Das sind 592 % mehr als im Typenschein angegeben oder das Siebenfache! Auch hier nehmen die Franzosen nicht den Typenschein-Wert als Basis, sondern den Grenzwert. Der Grenzwert von 180 mg/km wird um das 4,6fache überschritten und liegt damit nur ganz knapp unter dem 5fachen, der für die Franzosen noch keine „Anomalie“ darstellt. Für mich ist das ein starker Tobak!

 

Bei Kohlendioxid, CO2:

Statt 153 g/km wurden 182 g/km auf dem Prüfstand gemessen.

Das ist um 18,95 % mehr als im Typenschein angegeben. Dieser Wert stellt auch für die Franzosen eine „Anomalie“ dar. Eine Überschreitung um 12% wäre in den Augen der französischen Behörde noch nicht auffällig gewesen.

Auf der Straße stieß der Tiguan 187,7 g/km aus.

Das ist um 22,67% mehr als im Typenschein angegeben. Da die Franzosen auf der Straße eine Überschreitung von 25% nicht als „Anomalie“ ansehen, steht VW hier nicht in ihrer Kritik.

 

Mich bestärken die Ergebnisse des französischen Reports darin, auf Informationen von VW zu bestehen. Die Franzosen haben ( D1 ) am Rollenprüfstand nach der herkömmlichen Testmethoden geprüft, dabei aber einige Modifikationen durchgeführt, um zu schauen, ob eine Abschalteinrichtung die Werte verändert, sobald das Auto vermeint, nicht mehr am Prüfstand zu sein. Zusätzlich wurden die Ergebnisse der Überland-Anteile des Fahrzyklus am Prüfstand verglichen (D2) und drittens hat man (D3) auch auf der Straße Prüfungen durchgezogen (mit PEMS, RDE).

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