VW Skandal: Jetzt wirds ernst

| 18.06.2016 | Wirtschaft

Keinesfalls werden sich diese Werte ändern, versicherte Herr Schmidinger. Das deutsche Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe das geplante Update für den Tiguan frei gegeben, und zwar genau für mein Modell, genau für diesen Motor-Typ (2 Liter), genau in dieser Ausführung (Automatik, usw.). Das KBA habe alles ganz genau geprüft. Ein Vorteil sei, so Schmidinger, dass es für meinen Auto-Typ bereits Werte gäbe, die auf der Straße gemessen werden, im Echtbetrieb sozusagen.

Meine wichtigste Frage kann mir der freundliche Porsche-Vertreter allerdings nicht beantworten: Wieviel NOX stößt mein Tiguan jetzt aus und wieviel wird er dann ausstoßen, nach der Umrüstung? Und zwar auf der Straße und auf dem Prüfstand? Für mich sei es schon wesentlich, um wieviel mehr als die angegebenen 119,8 Milligramm NOX pro Kilometer es sind und wieviel NOX mein Fahrzeug im Straßenbetrieb tatsächlich ausstößt. Das wisse er leider auch nicht. Aber in der deutschen Auto-Zeitung gäbe es einen Bericht über die Messwerte des Passat.

Dass die Messwerte auf der Straße vom Fahrstil und den Umständen (Temperatur der Umgebung, Stadt oder Land usw) abhängen, darin sind wir uns ja einig. Aber warum gibt es für alle möglichen Fahrzeuge bereits genaue Testergebnisse wie z.B. für die 53 Fahrzeuge im Bericht der Kontrollkommission, wo pro Fahrzeug 8 Testergebnisse vorliegen? Und ausgerechnet für meinen Tiguan nicht? Diese Frage bleibt für mich eine wesentliche.

Für mich ist es schon ein Unterschied, ob ich die vorgeschriebenen Werte nur knapp überschreite oder im Echtbetrieb das Fünf-, Sechs- oder gar das Zehnfache! In diesem Falle würde ich mein Auto jedenfalls nicht mehr weiterfahren. Ich habe absolut kein Interesse daran, zuviel NOX in die Luft zu jagen und Menschen mit empfindlicher Gesundheit zu schaden.

Herr Schmidinger regt für diesen Fall an, mir einen E-Golf zuzulegen. Ein echter Verkäufer, denke ich mir.

Bisher, so Schmidinger weiter, sind in Österreich 8.000 Fahrzeuge der VW Gruppe upgedatet worden. Alle zur vollsten Zufriedenheit. Ich könne mein Auto auch jetzt schon bringen. Es gäbe auch einen Abholdienst und ich könne während des Up-Grading auch einen Ersatzwagen haben oder die halbe Stunde lang warten, fügte er hinzu.

Da ich gerade im Ausland bin, beschließe ich, den offiziellen Rückruf-Brief abzuwarten. Dass ich bei meinem Porsche-Händler in den letzten Monaten trotz mehrerer Versuche keine Auskünfte über den Rückruf bekommen habe, entschuldigt Herr Schmidinger damit, dass die VW Händler selber keine Infos darüber hatten.

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