VW Skandal: Mehr Minus als Plus

| 12.12.2015 | Verkehr

Damit ist die kurze Liste des Positiven leider auch schon beendet. Während in den USA die betroffenen VW Kunden dank der inzwischen gebündelten 500 Sammelklagen (zuständig: San Francisco) immerhin auf Entschädigung hoffen können, wurden wir in „Old Europe“ auf den Wartemodus gesetzt. 2016 soll es mit den Rückrufen losgehen.

Die Minusliste führt die jüngste Groteske um die CO2 Manipulationen an, die mit Sicherheit noch ein Nachspiel haben wird! Aktionäre und ihre Anwälte werden sich mit Sicherheit sehr genau für die merkwürdigen Abläufe interessieren, die zu enormen Kurs-, Verkaufs- und auch Vertrauensverlusten geführt haben.  Da von den CO2 Manipulationen vor allem die neuesten Modelle betroffen sind, hat sich diese falsche Mitteilung auf alle Fälle nicht nur auf den Aktienkurs negativ ausgewirkt, sondern auch auf den Verkauf.

Zur Erinnerung: Der VW Konzern hatte Anfang November von sich aus – ohne sichtbare Not – kundgetan, dass  CO2 Manipulationen bei rund 800.000 Autos intern überprüft würden und damit für einen kräftigen Kurssturz der Aktie und  für eine weiteren Verunsicherung der ohnehin schon durch die NOX-Manipulationen verunsicherten Öffentlichkeit und Kunden gesorgt.  Einige Wochen später ist die Zahl der betroffenen Fahrzeuge nun auf 36.000 geschrumpft, in Österreich auf 336 Fahrzeuge (statt 9.000). Warum es zu so einer eklatanten Fehleinschätzung kommen konnte, darüber schwieg sich der große Konzern aus. Daher schweben Vermutungen im Raum: Hat da jemand die internen Abläufe überhaupt noch im Griff? Oder wurde für ein real existierendes Problem wieder ein simples Schlupfloch gefunden?  Oder hat man die Fahrzeuge, die großenteils noch bei den VW-Händlern standen, rasch wieder in die Werkstatt zurückgeholt?

Auf die Minusseite ist das Verhalten gegenüber den eigenen Kunden in Europa zu buchen. Statt über das Ausmaß der NOX-Manipulation aufzuklären, vertröstet man sie auf künftige Rückrufaktionen und übt sich in rechtlich unverbindliche Erklärungen, auf den Verfall von Gewährleistungs- und Garantiefristen verzichten zu wollen. Statt zu garantieren, dass sich durch den Rückruf weder Fahrleistung, noch Treibstoffverbrauch und Wert des Fahrzeugs verschlechtern, lockt VW mit einem Bonus von 3.000 Euro für den Kauf eines Fahrzeugs.

Dass der Wert für „Gebrauchte“ durch die VW Skandale bereits jetzt schon beträchtlich gesunken sind, ist ein Minus, das gerade im Gebrauchtwagenparadies wie Österreich schon spürbar ist.

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