Sisi’s Sommerfrische

| 14.08.2015 | Reise

Kaiserschmarrn, Salzburger Nockerln oder der berühmte Zauner-Stollen sind in dieser Hitzehölle gar nicht die absoluten Stars, obwohl sie eigentlich in jeder Lebenslage hervorragend munden. Größter Star ist die Traun, die kraftvoll dahinfließt. Der grüne Fluss schickt den Schwitzenden in kürzesten Abständen alles, was brauchen: einen Schwall voll erfrischend kühler Luft.

Damit nicht genug verwöhnt die Traun die Kurgäste beim Zauner mit Schüben würzigen Heu-Dufts. Der setzt sich – zögernd, aber doch – sogar gegen Kaffee- und Zigarrengeruch durch.  Am meisten profitiert, wer einen Tisch in der ersten Reihe gleich neben der Traun ergattern konnte.

Sommerfrische. Dieses Wort ist hier Realität. Ruhe. Natur. Eine Verlangsamung der Zeit. Ins Grüne Schauen.

Wer lange genug beim Zauner sitzt, kriegt in heißen Zeiten wie diesen, eine Menge Abwechslung geboten. Das Kommen und Gehen der Gäste ist noch das Uninteressanteste.

Alles Spannende spielt sich in der Traun  ab.  Schräg gegenüber gibt es eine Bucht. Dort stürzen sich nicht nur die Hunde zur Abkühlung ins kühle Nass, sondern auch viele Einheimische. Die einen waten bis zu den Knien im Fluß, die anderen versuchen mit ein paar Schwimmzügen, der Hitze zu entrinnen. Und die Kinder plantschen mit Herzenslust im Bach.

Plötzlich ein Aufschrei bei den Zaungästen. Ein Mann in Wasser treibt in der Traun hinunter – am Rücken liegend. Nein, es ist kein Ertrinkender. Sondern Klaus, ein fast 80-jähriger Bad Ischler in guter Kondition, der seiner Schwimmleidenschaft frönt. Seine Eskapaden sind ohnehin schon stadtbekannt.

Die nächste Action lässt nicht lange auf sich warten: Vater und Sohn schwimmen in einem Gummiboot auf der Traun daher. „Eineinhalb Stunden, dann sind sie im Traunsee“, sagt der Herr Oberkellner und schickt den Bootspeople neidische Blicke hintendrein. „Das haben wir früher auch oft gemacht“, erlaubt er sich noch eine persönliche Bemerkung, bevor er sich hingebungsvoll dem Zerteilen der Salzburger Nockerln und der Abwehr des Wespenansturms widmet.

Als es Zeit wird, sich zur  Operette „My fair Lady“ zu begeben, stellt sich glatt ein Fliegenfischer mitten in die Traun und löst bei den anwesenden Urlaubern fast noch einen Fotostress aus.

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